Sonntag, 26. Juli 2015

Herz in Trümmern

In einer sternenklaren Nacht holt er sie ab. Sie schleicht sich aus dem Haus ihrer Eltern, auch wenn sie Angst hat, erwischt zu werden. Das ist egal, andere Dinge sind nun einfach wichtiger. Sie steigt hinter ihm auf sein Motorrad und setzt sich den Helm auf. Er startet die Maschine, der Motor heult auf und sie fahren schnell unter dem sternenbesetzten Nachthimmel, die Reifen quietschen auf dem Asphalt. Während der Fahrtwind durch ihr Haar wirbelt, macht sie sich Gedanken, wie sie ihm alles am besten sagen wird, ohne dass er ausrastet und  sofort in Tränen ausbricht. Ohne, dass sie ihm das Herz bricht, es in tausend winzige Einzelteile zersplittert und sie ihn im Scherbenhaufen seines gebrochenen Herzens zurücklasst. Doch sie weiß, dass sie dies nicht umgehen können wird: Es ist aus. Aus und vorbei. Das alles muss einfach aufhören, es kann nicht warten. Und es wird nicht warten, es ist das Beste für sie sowohl als  auch für ihn... Noch immer gedankenverloren hält sie sich an ihm fest, ihre Arme umklammern seine Taille  und sie spürt jeden seiner Atemzüge. Als sie um eine Kurve fahren und sich bereits außerhalb der Stadt auf einer Straße an den Klippen befinden bemerkt sie, wie er allmählich das Motorrad immer mehr und mehr beschleunigt.